Tierarztkosten ansehen

Listenhunde und Kampfhunde: Welche Regeln gelten wo?

IVon Ilias, Herausgeber der Website · Aktualisiert am

Kurz gesagt

Als Listenhund gilt ein Hund, dessen Rasse auf einer Liste eines Bundeslandes steht — das bedeutet nicht automatisch Verbot, aber besondere Pflichten. Bundesweit verbietet das HundVerbrEinfG die Einfuhr von Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier. Die Länder regeln Haltung, Wesenstest sowie Leinen- und Maulkorbpflicht.

Weiterlesen: TASSO und FINDEFIX · die Hundesteuer

Was ist ein Listenhund?

Ein Listenhund ist ein Hund, dessen Rasse oder Typ auf einer offiziellen Liste eines Bundeslandes steht. Listenhund heißt nicht automatisch „verboten“, sondern „besonderen Regeln unterworfen“: Erlaubnis, Sachkundenachweis, Wesenstest und häufig Maulkorb- und Leinenpflicht.

Dieser Ratgeber gehört zum Überblick TASSO und FINDEFIX. Welche Haftpflicht für diese Hunde vorgeschrieben ist, erklärt die Seite zur Hundehaftpflicht.

Bundesrecht: das Einfuhrverbot

Auf Bundesebene regelt das Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetz (HundVerbrEinfG) von 2001 vor allem die Einfuhr. Danach dürfen diese Rassen sowie ihre Kreuzungen nicht nach Deutschland eingeführt oder verbracht werden:

  • Pitbull-Terrier
  • American Staffordshire-Terrier
  • Staffordshire-Bullterrier
  • Bullterrier

Auch Hunde weiterer Rassen, deren Gefährlichkeit nach dem Recht des Ziellandes vermutet wird, dürfen nicht eingeführt werden. Ausnahmen gelten unter anderem für Personen, die sich weniger als vier Wochen in Deutschland aufhalten, sowie für Dienst- und Assistenzhunde.

Beispiel Bayern: Kategorien 1 und 2

Bayern arbeitet mit zwei Kategorien. Die Haltung eines Kampfhundes ist grundsätzlich erlaubnispflichtig (Art. 37 Landesstraf- und Verordnungsgesetz).

KategorieRassen (Auszug)Folge
Kategorie 1Pitbull (American Pitbullterrier), Bandog, Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Tosa-InuGefährlichkeit unwiderlegbar vermutet; Erlaubnis nur in Ausnahmefällen
Kategorie 2Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Bullterrier, Cane Corso, Dogo Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastin Espanol, Mastino Napoletano, Perro de Presa Canario, Perro de Presa Mallorquin, RottweilerGefährlichkeit widerlegbar; Negativzeugnis nach Gutachten möglich

Wer in Bayern einen Kampfhund ohne Erlaubnis hält, riskiert eine Geldbuße bis 10 000 Euro, für das Züchten bis 50 000 Euro.

Beispiel Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen gelten nach dem Landeshundegesetz (LHundG NRW) Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie deren Kreuzungen als gefährliche Hunde (§ 3). Hinzu kommen Hunde bestimmter Rassen nach § 10, etwa Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler und Tosa Inu.

Die Haltung gefährlicher Hunde ist erlaubnispflichtig; neue Haltungen werden nur bei besonderem privatem oder öffentlichem Interesse genehmigt. Gefährliche Hunde und Hunde nach § 10 müssen außerhalb befriedeter Besitztümer an der Leine geführt werden und einen das Beißen verhindernden Maulkorb tragen, sofern keine Befreiung nach einer amtlichen Verhaltensprüfung erteilt wurde.

Typische Pflichten für Halter von Listenhunden

Die Anforderungen ähneln sich in den Ländern mit Rasselisten:

  • Erlaubnis der Ordnungsbehörde vor der Haltung.
  • Sachkundenachweis des Halters.
  • Zuverlässigkeit, in der Regel nachgewiesen über ein polizeiliches Führungszeugnis.
  • Wesenstest des Hundes (in Bayern für Kategorie 2 als Negativzeugnis möglich).
  • Leinen- und Maulkorbpflicht in der Öffentlichkeit.
  • Haftpflichtversicherung — Details auf der Seite zur Hundehaftpflicht.

In Nordrhein-Westfalen muss die Aufsichtsperson mindestens 18 Jahre alt sein und einen Sachkundenachweis erbringen; die Erlaubnisgebühr beträgt dort 70 Euro.

Was Listenhunde kosten

Über die Gebühren hinaus werden Listenhunde oft deutlich höher besteuert: 600 Euro in Hamburg, 800 Euro in München, 900 Euro in Frankfurt am Main. Frankfurt reduziert den Satz auf 225 Euro, wenn der Hund eine Begleithundeprüfung bestanden hat. Die genauen Sätze und weitere Beispiele finden Sie im Ratgeber Hundesteuer.

Ein Hundeführerschein oder Sachkundenachweis kann für Listenhunde vorgeschrieben sein oder Auflagen lockern. Mehr dazu unter Hundeführerschein und Sachkundenachweis.

Häufige Fragen

Sind Listenhunde in Deutschland verboten?

Nicht generell. Verboten ist bundesweit nur die Einfuhr bestimmter Rassen. Innerhalb Deutschlands gilt: Listenhund heißt besonderen Regeln unterworfen — Erlaubnis, Wesenstest und oft Maulkorb- und Leinenpflicht, je nach Bundesland.

Welche Hunde dürfen nicht nach Deutschland eingeführt werden?

Nach dem HundVerbrEinfG dürfen Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier sowie deren Kreuzungen nicht eingeführt oder verbracht werden. Ausnahmen gelten etwa für Kurzaufenthalte unter vier Wochen.

Was ist der Unterschied zwischen Kategorie 1 und 2 in Bayern?

Bei Kategorie-1-Hunden wird die Gefährlichkeit unwiderlegbar vermutet, die Haltung ist nur in Ausnahmefällen erlaubt. Bei Kategorie-2-Hunden ist die Vermutung widerlegbar: Ein Negativzeugnis nach Gutachten befreit von der Erlaubnispflicht.

Brauche ich für einen Listenhund eine Erlaubnis?

In den Ländern mit Rasselisten in der Regel ja. In Nordrhein-Westfalen ist die Haltung gefährlicher Hunde erlaubnispflichtig; neue Haltungen werden nur bei besonderem Interesse genehmigt. Zusätzlich sind Sachkunde und Zuverlässigkeit nachzuweisen.

Muss ein Listenhund einen Maulkorb tragen?

In vielen Ländern ja. In Nordrhein-Westfalen gilt für gefährliche Hunde außerhalb befriedeter Besitztümer Leinen- und Maulkorbpflicht, sofern keine Befreiung nach einer amtlichen Verhaltensprüfung erteilt wurde.

Offizielle Quellen und Referenzen

I
Ilias, VetoCompas

Jede Regel wird auf offiziellen Seiten geprüft (gesetze-im-internet.de, TASSO, FINDEFIX, Landesministerien, kommunale Satzungen) und datiert. Preise stammen aus dem Gebührenverzeichnis der GOT; es werden keine Werte erfunden. Unsere Methode.

Siehe auch