Tierarztkosten ansehen

Leishmaniose beim Hund: Übertragung, Symptome und wie Sie vorbeugen

IVon Ilias, Herausgeber der Website · Aktualisiert am

Kurz gesagt

Die Leishmaniose wird von Sandmücken übertragen, vor allem in Südeuropa, Nordafrika und im Nahen Osten. Das Risiko besteht besonders zwischen April und November. Betroffen sind vor allem Reisehunde und Tierschutzhunde aus dem Süden. Typische Anzeichen sind Hautveränderungen, Gewichtsverlust, Schwäche und geschwollene Lymphknoten. Die Diagnose läuft über Bluttests, eine Behandlung heilt meist nicht vollständig. Diese Seite ersetzt keine tierärztliche Diagnose.

Weiterlesen: unser Überblick über Krankheiten beim Hund · unser Ratgeber zu Zecken beim Hund

Wie wird die Leishmaniose übertragen?

Überträger sind Sandmücken der Gattung Phlebotomus, die den Einzeller Leishmania infantum weitergeben. Die Sandmücken sind vor allem nachts und in der Dämmerung aktiv. Ein erhöhtes Risiko besteht laut ESCCAP für Hunde, die zwischen April und November in den Mittelmeerraum, nach Afrika oder in den Nahen Osten reisen. In Deutschland selbst kommt die Krankheit praktisch nicht natürlich vor — betroffen sind fast immer Reisehunde oder Tierschutzhunde aus Südeuropa.

Woran erkenne ich Leishmaniose beim Hund?

Viele infizierte Hunde zeigen lange keine oder nur unauffällige Anzeichen. Erste Hinweise sind oft Hautveränderungen an Ohrrändern, Nase und Unterbauch. Weitere Anzeichen sind vergrößerte Lymphknoten, verringerter Appetit, Gewichtsverlust und zunehmende Schwäche. Die Bundestierärztekammer ergänzt: Haarausfall, Hautgeschwüre und teils Leber- und Milzvergrößerung. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann sie auch Nieren und andere Organe schädigen und tödlich verlaufen.

BereichMögliche Anzeichen
HautSchuppen, Haarausfall, Geschwüre, verhornende Stellen
AllgemeinGewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Schwäche, Fieber
LymphknotenVergrößert, tastbar
OrganeNieren- und Gelenkbeteiligung möglich

Wie wird Leishmaniose festgestellt?

Der Hinweis auf einen Aufenthalt im Süden ist für die Praxis wichtig. Der Nachweis erfolgt über Bluttests, die Antikörper gegen Leishmanien aufspüren; bei positivem Befund folgen spezifischere Tests wie eine PCR, teils mit Gewebeproben aus den Lymphknoten. Nach einer Behandlung wird die Erregeraktivität laut ESCCAP per Bluttest kontrolliert — 3 Monate nach Therapieende und dann fortlaufend alle 6 Monate.

Wie schütze ich meinen Hund vor Leishmaniose?

Der beste Schutz ist, den Hund nicht in Verbreitungsgebiete mitzunehmen. Ist das nicht möglich, helfen mehrere Maßnahmen zusammen:

  • Den Hund abends und nachts im Haus halten, da Sandmücken dämmerungs- und nachtaktiv sind; feine Mückennetze an Türen und Fenstern anbringen.
  • Insektenabweisende Mittel einsetzen, die die Tierärztin oder der Tierarzt empfiehlt.
  • Impfung: In Deutschland sind laut StIKo Vet zwei Impfstoffe gegen Leishmania infantum zugelassen. Die Grundimmunisierung ist ab einem Alter von 6 Monaten möglich, danach wird jährlich aufgefrischt. Die Impfung sollte laut ESCCAP mindestens 4 Wochen vor der Reise erfolgen und schützt nicht zu 100 Prozent — die Kombination mit Mückenschutz ist optimal.

Mehr zum Schutz vor Zecken und zu Impfungen beim Hund finden Sie in den verlinkten Ratgebern.

Wann zum Tierarzt bei Verdacht auf Leishmaniose?

Die Leishmaniose entwickelt sich meist langsam und ist kein Notfall im engeren Sinn. Stellen Sie Ihren Hund aber zeitnah vor, wenn er nach einem Aufenthalt im Süden Gewicht verliert, apathisch wirkt, Hautveränderungen oder geschwollene Lymphknoten zeigt. Bei akuten Notfallzeichen wie Atemnot, Kollaps oder starker Schwäche gilt: sofort zum Notdienst. Diese Seite ersetzt keine Diagnose oder Behandlung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt.

Häufige Fragen

Können sich Hunde in Deutschland mit Leishmaniose anstecken?

In Deutschland kommt die Krankheit praktisch nicht natürlich vor, weil die übertragenden Sandmücken hier nicht heimisch sind. Betroffen sind fast immer Hunde, die im Süden waren oder aus Südeuropa importiert wurden.

Ist Leishmaniose beim Hund heilbar?

Eine medikamentöse Behandlung bessert die Symptome oft innerhalb weniger Wochen, beseitigt den Erreger aber häufig nicht vollständig. Rückfälle sind möglich, weshalb regelmäßige Bluttests zur Kontrolle nötig sind.

Gibt es eine Impfung gegen Leishmaniose?

Ja. In Deutschland sind laut StIKo Vet zwei Impfstoffe zugelassen. Die Grundimmunisierung ist ab 6 Monaten möglich und wird jährlich aufgefrischt. Die Impfung sollte mindestens 4 Wochen vor der Reise erfolgen und schützt nicht zu 100 Prozent.

Wie lange kann ein Hund mit Leishmaniose leben?

Das lässt sich nicht allgemein sagen. Bei rechtzeitiger Behandlung können viele Hunde lange und mit guter Lebensqualität leben, auch wenn der Erreger oft im Körper bleibt.

Ist Leishmaniose auf den Menschen übertragbar?

Ja, über Sandmücken — auch der Mensch kann sich infizieren. Laut WHO infizieren sich weltweit jährlich etwa 700.000 bis eine Million Menschen. Der Hund selbst ist nicht direkt ansteckend.

Offizielle Quellen und Referenzen

I
Ilias, VetoCompas

Jede Regel wird auf offiziellen Seiten geprüft (gesetze-im-internet.de, TASSO, FINDEFIX, Landesministerien, kommunale Satzungen) und datiert. Preise stammen aus dem Gebührenverzeichnis der GOT; es werden keine Werte erfunden. Unsere Methode.

Siehe auch